01: “Musique automatique”

Françoise: Ein Song über die telepathische Wirkung von Musik.
Brezel: Ein merkwürdiger, bizarrer, futuristischer, altmodischer Rockabilly.

02: “Liebe zu dritt”
Françoise: Es ist kommunistisch.
Brezel: Der Text von Françoise ist einfach grandios: “Das ist total out, das ist Hippie-Shit, aber ich liebe Liebe zu dritt”

03: “Ma radio”
Françoise: Ein Stück über ein Mädchen, das die ganze Zeit Radio hört.
Brezel: Ich habe unten drunter auf deutsch gezählt und Françoise hat oben drüber auf französisch gesungen. Wir wollten damit so eine komische Mittelwellenstimmung erzeugen.

04: “Wir tanzen im 4-eck”
Françoise: Ein Cover von Tödliche Doris, der Text von der Doris aber ist leicht gekürzt.
Brezel: Das war zu Doris’ Geburtstag, da habe ich zu dem Stück eine völlig neue Musik gemacht und Françoise hat den Text dazu gesungen. Wichtig die sehr energische Tanzshow dazu. Musikalisch ist es ja eher simpel geraten mit seinem einen Loop. Miami-Bass-Style, wenn man so will.

05: “Les chansons d’a” 
Françoise: Ein Lied über Liebeslieder, ein Meta-Lied, mein Lieblingslied.
Brezel: Ein Stück, das so dahinschwebt, mit sehr weichen Klängen.

06: “Kleptomane” 
Françoise: Ist mehr dieser Lio-Stil. Lio ist eine in den Achtzigerjahren sehr berühmt gewesene belgische Sängerin.
Brezel: Zu 99 Prozent Felix Kubin. Ist seine Komposition, er hat sich auch das Thema ausgesucht. Nein, es sind nur 49 Prozent, der Text, also 50 Prozent, stammen von Françoise. Das letzte Prozent stammt von mir in Form von ein paar Effekten.

07: “Adieu, adieu” 
Françoise: Ein Lied über Abschiede. Auch wenn ich 90 Jahre alt bin, werde ich noch Chansons spielen.
Brezel: In den anderen Stücken kamen soviele Adieus drin vor. Die habe ich mir rausgesampelt mitsamt der Musik, und die hatten so eine ganz eigenartige, melancholische Stimmung. Die Musik ist komplett mit Synthezisern gemacht, obwohl es auch ein richtiges Schlagzeug gibt, das aber ist verfremdet. Die Harmonien sind hier schwieriger als bei den anderen Stücken, nicht so simple Akkordfolgen. Nichts für Gitarrenlehrbücher für Anfänger.

08: “Für immer 16″
Françoise: Ja, was soll man da noch groß zu sagen?
Brezel: Typisches Garagenstück, wie wir es früher auch gespielt haben. Hat nur einen einzigen Akkord.

09: “Je suis une poupée”
Françoise: Ich ist eine Monsterpuppe. Die Orgel hat Felix Kubin gespielt.
Brezel: Das Stück ähnelt Songs der ersten Depeche-Mode-Platte, die hatten da auch noch so 5oer-Doo-Wop-Stücke.

10: “Ich weiß nicht mehr genau” 
Françoise: Ein Lied über eine Frau, die vergessen hat, wie der Typ aussah, in den sie mal verliebt war. Nur eine kleine Melodie weiß sie noch, die pfiff er jeden Morgen beim Rasieren. Vielleicht das kleine Thema von Vinteul bei Proust? Wer weiß das schon!
Brezel: Typisches Beat-Stück.

11: “Le diable”
Françoise: Eine Coverversion. Ein Song, der für Brigitte Bardot geschrieben wurde. Klingt im Original ganz ganz anders. Der Teufel ist ein englischer Dandy.
Brezel: Stück mit extremen Wechseln, mal extrem leise, mal extrem laut, mal extrem schnell, mal extrem langsam. Eine Taktik, die wir noch nie hatten.

12: “Nationale 7″
Françoise: Eine Coverversion des kürzlich verstorbenen Charles Trenet. Das war der Lieblingssänger meiner Mutter, als sie noch jung war.
Brezel: Inspiriert von einer Version der belgischen Honeymoon Killers. Die haben in ganz verstiegenen Versionen Chansons gecovert. Da haben wir uns gedacht: Warum sollen wir nicht auch mal bei denen klauen. Also Trenet durch Honeymoon Killers ergibt Stereo Total.

13: “Exact neutral” 
Françoise: Coverversion von Deo, einer deutschen Achtzigerjahre-Band. Das Original ist zum Wegrennen, so ekelhafte neue deutsche Welle, der Text aber super.
Brezel: Wir haben alles sehr exact nachgespielt, nur ohne Gitarren.

14: “Ypsilon” 
Françoise: Das Lied handelt von einem Mädchen, das in einen Roboter verliebt ist.
Brezel: Ein verkehrt rum gebautes Lied, als wenn man bei einem Haus zuerst das Dach bauen würde. Françoise hat erst den Gesang aufgenommen, später kamen dann fast ausschließlich Gitarren dazu.

15: “Hep analtí da”
Françoise: Eine türkische Übersetzung von “Für immer 16″. Ist für die türkischen Gemüsehändler in unserer Umgebung gedacht. Ich wollte immer ein Lied auf türkisch machen. Cem, unser Produzent, ist halb Türke, halb Finne, und hat mir die Aussprache beigebracht.
Brezel: Da habe ich ein paar Imbissbuden-Tapes ausgesampelt, und noch ein paar andere türkische Geräusche draufgelegt.

Berlin, im Juli 2001