Wollita - Vom Wollknäuel zum Superstar | Cover

Wollita war ursprünglich nur eine ganz gewöhnliche Topflappenhäkelpuppe. Doch dann kam die Skandalpresse und machte aus ihr über Nacht einen Superstar. Hier erzählt Wollita zum ersten Mal aus ihrem bewegten Leben und präsentiert ihre Solo-CD zusammen mit Stereo Total.

Im April 2004 hat die Boulevardpresse in Berlin mit einer massiven Skandalisierungsstrategie versucht, die Schließung der Ausstellung »When Love Turns To Poison« im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und den Rücktritt der politisch zuständigen Bürgermeisterin zu erwirken. Der Vorwurf lautete: Verbreitung und Verharmlosung von Pornografie und Pädophilie. Die französische Musikerin und Autorin Françoise Cactus hatte sich mit ihrer lebensgrossen Topflappenhäkelpuppe »Wollita«, die einen kritischen Beitrag zur Rolle der Frau darstellt, an der Ausstellung beteiligt.
Die Boulevardpresse setzte die unterschiedlichsten Mittel und Methoden ein, um einen Skandal zu entfachen und in der Folge eskalieren zu lassen: von der Bildmanipulation, über Verleumdungskampagnen, bis hin zu Falschmeldungen wie beispielsweise Berichte über Protestaktionen der Kirche oder angeblich gestellte Strafanzeigen von Kinderschutzverbänden. Tatsächlich aber demonstrierte in der Folge lediglich die NPD Treptow-Köpenick mit über 50 Anhängern vor dem Bethanien gegen die Ausstellung, was den B.Z.- und BILD-Lesern allerdings vorenthalten wurde. Die Sprache des dort verteilten Flugblattes bezieht sich in verblüffender Weise auf Texte und Überschriften aus der Boulevardpresse. Inzwischen fordern zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens den B.Z.-Kulturpreis für Wollita, die sich nun selbstständig gemacht, mit Hilfe von Françoise Cactus und Wolfgang Müller ihre Biografie geschrieben und mit Stereo Total die erste Solo-CD aufgenommen hat.

Françoise Cactus & Wolfgang Müller
»Wollita – Vom Wollknäuel zum Superstar«
Die Biografie mit CD von Stereo Total
Hrsg. von Stéphane Bauer, Kunstamt Kreuzberg/Bethanien
80 Seiten
ISBN 3-927795-40-2